Sprechen lernen



Ihr Kind wird stufenweise lernen, Wörter zu benutzen, um zu beschreiben, was es sieht, fühlt und denkt, während es sich geistig und emotional entwickelt. Schon lange bevor ein Baby sein erstes Wort spricht, erlernt dieses Spracheregeln und die Art wie Sprache zum Kommunizieren verwendet wird, haben Wissenschaftler herausgefunden.

Kinder erlernen das Sprechen in den ersten zwei Lebensjahren. Ein Baby beginnt seine Zunge, seine Lippen, seinen Gaumen und jeden erscheinenden Zahn zu benutzen, um damit Geräusche zu machen (ooh und ahhs in den ersten beiden Monaten; Brabbeln in den dann folgenden paar Monaten). Schnell werden aus den Tönen echte Wörter („mama“, und „baba“ kommen dabei manchmal mit vier bis fünf Monaten heraus). Von da an fängt Ihr Kind an, sich Wörter zu merken, die es von Ihnen, Ihrem Partner und jedem anderen Menschen in der Umgebung hört. Zwischen dem ersten und dem zweiten Lebensjahr beginnt es Zwei- und Drei-Wortsätze zu bilden.

Genau genommen ist das erste Jammern nach der Geburt bereits der erste Schritt in die Welt der Sprache. Es drückt damit den Schock aus, den es empfindet, wenn es plötzlich aus der warmen, behaglichen Umgebung im Bauch der Mutter gelangt und sich statt dessen an einem neuen und vergleichsweise ungemütlichen Ort wieder findet. Von da an bringt es Geräusche, Töne und Wörter heraus, die später sein Sprechen formen.

Sprechen ist untrennbar verbunden mit dem Hören. Durch "zuhören wie andere Menschen sprechen", erfährt Ihr Baby wie Wörter klingen und wie Sätze konstruiert sind. Tatsächlich glauben viele Wissenschaftler, dass das Verstehen von Sprache bereits beginnt, während das Baby noch im Uterus ist. Genau so, wie Ihr Baby sich an das Geräusch Ihres Herzschlags gewöhnt, gewöhnt es sich auch an den Klang Ihrer Stimme. Schon wenige Tage nach der Geburt ist es in der Lage, Ihre Stimme von den anderen zu unterscheiden.

Ihre Aufgabe

Es ist einfach: Reden Sie mit Ihrem Kind! Die Forschung zeigt, dass Kinder von Eltern, die extrem viel mit dem Kind reden einen signifikant höheren IQ haben als andere Kinder. Ihr Vokabular ist vielfältiger als das von Kindern, die wenig verbale Stimulation hatten. Sie können damit bereits in der Schwangerschaft beginnen, so dass Ihr Kind sich an Ihre Stimme gewöhnt. Lesen Sie laut aus einem Buch vor oder singen Sie. Nach der Geburt sollten Sie mit Ihrem Kind reden wenn Sie es wickeln, füttern, baden und geben Sie ihm Zeit, mit einem Lächeln oder mit Augenkontakt zu antworten. Fahren Sie mit dem Reden fort und Sie werden sehen, dass es schon bald versucht zu antworten.

Babysprache ist süß aber es ist auch wichtig, in richtigen Sätzen zu sprechen. Ihr Baby wird nur dann richtig sprechen lernen, wenn Sie es ihm richtig vormachen. Sie müssen gar nicht die komplizierten Wörter vermeiden. Wenn Sie zu simpel mit Ihrem Kind sprechen wird es Sie zwar verstehen jedoch sein Vokabular nicht erweitern können. Das geht nun einmal am Besten indem es Sie neue Wörter gebrauchen hört. Das Gleiche gilt auch für Kleinkinder und Vorschüler, deren Sprachfähigkeiten sich solange weiterentwickelt wie Sie es mit Unterhaltungen stimulieren.

Vorlesen ist eine tolle Möglichkeit um die Sprachentwicklung zu fördern. Babys genießen den Klang Ihrer Stimme, Kleinkinder werden die Geschichte genießen und Vorschüler werden so mit der Geschichte mitgehen, dass sie sich aktiv an der ihr beteiligen.

Hörprobleme

Babys mit Hörproblemen hören mit etwa 6 Monaten auf zu brabbeln. Wenn Ihr Baby keine Geräusche macht (und auch keine Versuche unternimmt) und keinen Blickkontakt sucht, beraten Sie sich mit Ihrem Kinderarzt. 

Während einige Kinder mit neun Monaten Wörter bilden, lassen sich andere Kinder Zeit bis sie 13 oder 14 Monate alt sind. Wenn Ihr Kind mit 15 Monaten nicht ein Wort spricht oder Sie noch keines seiner Wörter verstehen können, sollten Sie ebenfalls den Kinderarzt konsultieren.

Sollte Ihr drei Jahre altes Kind Konsonanten weglassen (z.B. sagt es „au“ statt „auf“) oder Konsonanten oder Silben durch andere ersetzen (z.B. „Daus“ statt „Maus“) hat es möglicherweise ein Sprach- oder Hörproblem. Auch hier ist ein Arztbesuch zur Abklärung ratsam.

Kleinkinder stottern manchmal, sie sind oft so aufgeregt wenn sie etwas erzählen wollen, was ihnen im Kopf umgeht, dass sie die Wörter kaum herausbringen. Wenn Ihres im Alter von 5 Jahren mit dem Stottern fortfährt, konsultieren Sie den Arzt. Bis dahin sollten Sie Ihrem Kind die Möglichkeit geben, seine Sätze zu Ende zu sprechen und nicht helfen, fortzufahren. Das würde sonst als Herabsetzung empfunden werden und keineswegs helfen.